Du verschickst die Mitgliederbeiträge für den Fussballclub, die Mietrechnungen für zwei Wohnungen oder die monatlichen Rechnungen deines Einzelunternehmens. Die Vorlage funktioniert seit Jahren: ein PDF mit Zahlteil unten und dem QR-Code mit dem kleinen Schweizerkreuz. Dann erwähnt deine Bank, deine Buchhaltungssoftware oder jemand, der zahlt, «strukturierte Adressen», und du fragst dich, ob deine Rechnungen noch in Ordnung sind.

Scannen lassen sie sich heute sehr wahrscheinlich noch. Die Frage ist, ob sie weiterhin verarbeitet werden, und das hängt an einem Detail im QR-Code: dem Adresstyp.

Was sich geändert hat

Jede Schweizer QR-Rechnung enthält die Adresse der Person oder Firma, die das Geld erhält (Zahlungsempfänger), und, falls bekannt, die Adresse der zahlenden Person. Im Code ist jede Adresse mit einem Typ gekennzeichnet:

  • Typ K, «kombiniert»: zwei freie Zeilen. Zeile 1 enthält Strasse und Hausnummer, Zeile 2 PLZ und Ort, zum Beispiel «Rue du Lac 1268» und «2501 Biel».
  • Typ S, «strukturiert»: getrennte Felder für Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort und Land.

Version 2.3 der Implementation Guidelines QR-Rechnung von SIX, gültig seit November 2025, hat die kombinierte Variante gestrichen: Neue Rechnungen dürfen nur noch strukturierte Adressen enthalten. Für Rechnungen mit Typ K gaben die Banken eine Übergangsfrist, und die endet im November 2026. PostFinance zum Beispiel garantiert die Verarbeitung von Adressen vom Typ K nur bis 13. November 2026; andere Banken nennen eigene Daten, also schau nach, was deine Bank schreibt. Nach der Übergangsfrist kann eine Zahlung aus einer alten Rechnung zurückgewiesen werden oder Handarbeit verursachen.

Gleichzeitig kommt eine zweite Änderung: Version 2.4 der Richtlinien, gültig ab 14. November 2026, erlaubt QR-IBAN und QR-Referenz nur noch für Rechnungen in CHF. Wer in Euro fakturiert, braucht eine normale IBAN mit RF-Referenz oder ohne Referenz.

So prüfst du deine Rechnungen

Spezielle Software brauchst du nicht. Nimm eine Rechnung, die du kürzlich verschickt hast, und schau, was im Code steht:

  1. Öffne den QR-Code-Scanner auf dieser Website.
  2. Zieh einen Screenshot der PDF-Seite oder ein Foto der gedruckten Rechnung hinein, oder nutze die Kamera deines Handys.
  3. Der Scanner erkennt die QR-Rechnung und zeigt ihre Felder an: Zahlungsempfänger, Konto, Betrag, Referenz, zahlende Person und Mitteilung, dazu den Adresstyp jeder Adresse.

Steht dort «kombiniert (K)», muss die Rechnung neu ausgestellt werden. Steht dort «strukturiert (S)», ist sie schon im aktuellen Format. Der Scanner prüft ausserdem die Prüfziffern von IBAN und Referenz und warnt, wenn eine QR-IBAN mit der falschen Art von Referenz verwendet wird. So fallen auch Tippfehler aus alten Vorlagen auf.

Das Bild wird in deinem Browser gelesen. Nichts wird hochgeladen, was bei Rechnungen mit Namen, Adressen und Kontonummern wichtig ist.

So korrigierst du eine Rechnung mit kombinierter Adresse

Findet der Scanner eine Adresse vom Typ K, bietet er eine Schaltfläche an, die den QR-Rechnungs-Generator mit der Rechnung bereits ausgefüllt öffnet. Die Daten stehen dabei in der Seitenadresse hinter dem «#», und diesen Teil schicken Browser nie an einen Server.

Der Generator teilt die alte zweizeilige Adresse für dich auf: Aus «Rue du Lac 1268» werden Strasse «Rue du Lac» und Nummer «1268», aus «2501 Biel» werden PLZ «2501» und Ort «Biel». Prüfe diese Felder vor dem Drucken, denn alte Adressen sind nicht immer regelmässig. Achte auf:

  • PLZ ohne Länderkürzel. Schreib «8000», nicht «CH-8000». Das Land hat ein eigenes Feld.
  • Postfach und c/o. Ein Postfach kann ins Strassenfeld, wie im SIX-Beispiel «P.O. Box». Für eine «c/o»-Zeile gibt es im Zahlteil kein Feld; sie gehört in den Rechnungstext.
  • Hausnummer in der Strassenzeile. Die Richtlinien tolerieren das vorerst noch, aber getrennte Felder sind die saubere Lösung und kosten nichts.
  • Lange Namen. Name und Strasse haben 70 Zeichen Platz, die Hausnummer 16, der Ort 35. Der Generator markiert alles, was länger ist.

Dann lädst du den Code als PNG oder SVG für dein eigenes Rechnungslayout herunter oder druckst Empfangsschein und Zahlteil komplett.

Was auf eine neue QR-Rechnung gehört

Der Generator fragt dasselbe ab wie das E-Banking deiner Bank:

  • Konto: deine IBAN oder QR-IBAN (nur Schweiz oder Liechtenstein). Eine QR-IBAN erkennst du an den Ziffern nach den ersten vier Zeichen: 30000 bis 31999.
  • Referenz: Eine QR-IBAN braucht immer eine 27-stellige QR-Referenz. Eine normale IBAN kann eine RF-Creditor-Reference haben oder keine. Hast du keine, erstellt der Generator aus deiner Rechnungsnummer eine gültige RF-Referenz mit Prüfziffern.
  • Betrag: Leer lassen bei Spenden oder wenn die zahlende Person den Betrag bestimmt.
  • Zahlende Person: optional. Ohne Angabe zeigt der Zahlteil ein leeres Feld mit Eckmarken zum Ausfüllen.
  • Mitteilung: ein kurzer Hinweis wie «Mitgliederbeitrag 2027». Mitteilung und Rechnungsinformationen teilen sich 140 Zeichen.

Richtig drucken

Die QR-Rechnung hat ein festes Layout: links ein 62 mm breiter Empfangsschein, rechts ein 148 mm breiter Zahlteil, zusammen 105 mm hoch, meist unten auf einer A4-Seite. Der QR-Code selbst ist immer 46 × 46 mm gross, schwarz auf weiss, mit dem Schweizerkreuz in der Mitte. Deshalb bietet dieser Generator für QR-Rechnungen keine Farben, Punktformen oder Logos: Banking-Apps erwarten das Standardaussehen.

Beim Drucken:

  • Mit 100 % drucken («Tatsächliche Grösse»), nie «An Seite anpassen», sonst schrumpfen Code und die 46 mm.
  • Normales weisses Papier verwenden. Ist es nicht perforiert, entlang der gestrichelten Linie schneiden; dafür druckt das Blatt das Scherensymbol und «Vor der Einzahlung abzutrennen».
  • Ein gedrucktes Exemplar mit deiner Banking-App scannen, bevor du einen ganzen Stapel verschickst.

Die orangen Einzahlungsscheine sind seit 2022 Geschichte, spezielles Papier musst du also nicht kaufen.

Checkliste

  • Eine aktuelle Rechnung mit dem Scanner scannen und den Adresstyp ansehen.
  • Steht dort kombiniert (K): im QR-Rechnungs-Generator öffnen und Strasse, Nummer, PLZ und Ort prüfen.
  • Rechnungsvorlage oder Buchhaltungssoftware anpassen, damit neue Rechnungen strukturierte Adressen verwenden.
  • Rechnungen in EUR? Ab 14. November 2026 eine normale IBAN verwenden, keine QR-IBAN.
  • Mit 100 % drucken und ein Exemplar testweise scannen, bevor du verschickst.